In dieser Folge spreche ich mit der Gynäkologin Dr. Gudrun Brunnmayr-Petkin über ein Thema der Frauengesundheit, das noch immer tabuisiert wird – den weiblichen Beckenboden. Wir sprechen darüber, wie Frau ihren Beckenboden überhaupt spürt, warum Beschwerden rund um Inkontinenz und Senkung so häufig sind und welche Möglichkeiten es gibt – präventiv wie therapeutisch.
Ein Gespräch über Wissen, Spüren und auch darüber, warum wir lernen dürfen, „da unten“ wieder beim Namen zu nennen.
Wir sprechen über:
Wie finde ich meinen Beckenboden?
- Warum viele Frauen beim Anspannen die falschen Muskeln aktivieren
- Die Bedeutung der vaginalen Untersuchung zur Standortbestimmung
- Mentale Bilder, die helfen können (z.B. „etwas nach oben ziehen“)
- Warum Sprache wichtig ist, um Körperbereiche bewusst wahrzunehmen
Schwangerschaft & Rückbildung
- Mindestens 9 Monate Rückbildungszeit – Geduld statt gesellschaftlicher Erwartungsdruck
- Einfluss von Geburtsverletzungen & Nervenüberdehnung
- Pessare nach der Geburt – sinnvoll, aber bewusst einsetzen
Beckenboden & Menopause
- Östrogenmangel als „fehlender Dünger“ für das Gewebe
- Lokale vaginale Östrogenpflege – Unterschied zur klassischen Hormonersatztherapie
- Warum frühe Pflege langfristig schützt
- Narben als mögliche „Achillesferse“
- Lokale Anwendung von hormonhältiger Creme E3 Estradiol (z.B. Ovestincreme) vor allem auch den Harnröhreneingang damit pflegen. Bei sehr starker Trockenheit magistrale Rezeptur für Vaginalzäpfchen.
Inkontinenz verstehen
- Belastungs- vs. Dranginkontinenz
- Zu wenig trinken als unterschätzter Faktor
- Mentale Komponente beim Toilettengang – bewusst entleeren statt „schnell rauspressen“
Training & Alltag
- Atmung im Krafttraining – Druck auf den Beckenboden vermeiden
- Rumpfstabilität, Gluteus-Muskulatur & ihre Bedeutung für die Beckenbodenentlastung
- Kleine Routinen statt radikaler Sportpläne
- Biofeedback-Geräte (z.B. Elvie, Perifit) zur Eigenkontrolle
- Lasertherapie (Erbium Yag) & Magnetstuhl (Starformer – Fotona) – Möglichkeiten, aber kein Ersatz für Eigenarbeit
- Pflege beim Sport z.B. Vivatim oder Deumavan auf die Vulva.
Sexualität & Lebensqualität
- Schmerzen beim Sex durch Trockenheit oder Narben
- Schutzsalben und Pflege
- Libidoverlust ist oft Folge von Schmerz – nicht automatisch „die Menopause“
Selbstermächtigung statt Tabu
- Frauen sind keine „kleinen Männer“ – Forschung & Medizin müssen differenzieren
- Intuition & Körpergefühl als wichtigste Instanz
- Güte und Milde mit sich selbst – von der Pubertät bis ins hohe Alter
Der Beckenboden verdient genauso viel Aufmerksamkeit wie unser Gesicht. Pflege, Training und Bewusstsein sind keine Frage des Alters – sondern der Selbstfürsorge. Wenn dir diese Folge gefallen hat, freue ich mich über eine Bewertung, ein Teilen der Episode oder Dein Feedback. Denn Sichtbarkeit für dieses Thema ist der erste Schritt zur Enttabuisierung. 💛
Weiterführende Links:
Homepage von Dr. Gudrun Brunnmayr-Petkin
Dr. Gudrun Brunnmayr-Petkin auf Instagram
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