Wenn man an Trail laufen denkt, dann entstehen im Kopf meist folgende Bilder:

Steinige Etappen in den Alpen.

Matsch, Felsen und wunde Füße.

Unpassierbares Gelände.

 

Trailrunning bedeutet aber per Definition:

Laufen im Gelände

PUNKT.

 

Und ganz gleich ob Du 5 Kilometer in den Auen, 17 Kilometer durch den Wienerwald oder 100 Kilometer über die Alpen läufst.

Ein Lauf im Gelände wird sich immer anders für Dich anfühlen als der Lauf auf einer asphaltierten Straße.

Also, wage den Lauf ins Gelände.

Und ich sage Dir, WARUM.

Raus in den Wienerwald zu laufen, das ist es, was ich liebe.

Du hast sicher schon öfter meine Posts dazu auf Facebook gelesen.

 

Laufen abseits des Asphalts lässt mein Herz singen.

Das Jahr 2019 wird für mich einige Höhenmeter parat haben.

Ich werde im Juli am Großglockner Berglauf teilnehmen.

Auch am Sonntag habe ich wieder mal die Trail-Laufschuhe für’s Gelände geschnürt.

Eine herrliche Runde am Anninger (am Rande des Wienerwaldes südlich von Wien) stand am Programm.

 

Natur Pur

 Beim Trail laufen spüre ich die Freiheit und die Schönheit der Natur.

Rehe queren Deinen Weg, du hörst Vögel im Wald.

Egal zu welcher Jahreszeit.

Es riecht einfach immer gut.

Laufen im Wald- auch im Winter einfach nur schön

 

 

Du kannst die Ruhe genießen und lässt Dir auf Lichtungen den Wind um die Nase blasen.

Bei diesen Läufen zählt für mich nicht die Geschwindigkeit.

Kein schneller- höher -weiter.

Der Spaß und die Freude in der Natur zu sein, stehen im Vordergrund.

 

Trail laufen bedeutet für mich:

Abschalten pur.

Du bist Gast im Wald.

Und genauso benimmst du Dich dann auch.

 

Förderung Deiner Konzentration

Achtsamkeit steht im Vordergrund.

Gerade bei steinigem und rutschigem Untergrund gilt:

 

Konzentriere Dich ganz auf das Hier und Jetzt.

Du kannst an nichts Anderes mehr denken.

Trailrunning im Gelände ist für mich:

 

MIND BLOWING in Reinkultur.

 

Egal ob alleine, zu zweit oder in einer Gruppe – Du kommst so richtig runter.

Die Natur klärt Deine Gedanken.

Sie entschleunigt Dich.

Einer wartet auf den Anderen.

Ich bin zum Beispiel eine gute Bergauf- aber eine lausige Bergab-Läuferin.

 

Wir wählen immer wieder gerne neue Laustrecken.

Dies bedeutet einmal mehr:

Nimm Deine Strecke, die Wege und das Umfeld ganz bewusst wahr.

(dann verläufst Du dich auch nicht so oft J).

Wenn Du in einer größeren Gruppe läufst J- ja- da ist die Gefahr dann größer, dass ihr euch verplaudert.

 

Du verbesserst Deinen Laufstil

 

Laufen im Gelände fordert Deine volle Konzentration.

Wurzeln. Laub. Steine.

Vielleicht ganz unbekannte Wege.

 

Der Untergrund und auch die Sichtverhältnisse können sich im Gelände (vor allem in Wald) recht schnell ändern.

Du lernst, den im Lauf ABC trainierten Kniehub richtig einzusetzen.

Wenn Du es nicht tust, wirst Du nämlich bald über eine Wurzel stolpern.

 

Beim Bergauf laufen kannst Du wunderbar das Laufen auf dem Vor- bzw. Mittelfuß üben.

Nach einem Trail-Lauf spürst du meist ganz andere Muskelgruppen als nach einem „Asphalt“ Lauf.

 

Abwechslung für Deine Füße

 

Das Laufen auf unebenem und wechselndem Untergrund fordert Deine Fußmuskulatur.

Trailschuhe sind nicht gestützt und kaum gedämpft (mehr dazu weiter unten)

 

Ich empfehle Dir, nach dem Laufen Fuß-Gymnastik zu machen.

Die Füße können auf die ungewohnte Belastung im Gelände mit leichten Verspannungen reagieren.

Ich massiere nach dem Lauf jede Zehe und baue den sogenannten C-Bogen des Quergewölbes wieder auf.

Oft verwende ich auch den Faszienball, um die Plantar-Faszie zu aktivieren.

Schau doch mal hier auf den You Tube Kanal.

https://www.youtube.com/watch?v=N6NXEV0vMuY

 

Deine Ausrüstung:

 

  • Trinkrucksack

Nachdem es nicht überall offene Hütten gibt, rate ich Dir zur Mitnahme eines leichten Laufrucksacks.

Zusätzlich zum Wasser packe ich mir auch immer eine zusätzliche dünne Jacke  oder ein Shirt ein.

 

  • Die Wahl Deiner Schuhe:

 

Für die Läufe im Gelände ziehe ich gerne Trail Schuhe an.

Sie unterscheiden sich etwas von den Straßenschuhen.

 

Hierzu habe ich einen Experten, den Trail Läufer und Laufschuhverkäufer Michael Diebitsch befragt:

 

Was unterscheidet einen Trail Schuh von einem Straßenlaufschuh?

 

  1. Stabilität: Es gibt keine Trail Schuhe mit innenseitiger Stütze (Pronationsstütze), weil wir immer wieder auf einem unterschiedlichen Untergrund (Steine, Wurzeln, etc.) aufsetzen, da ist diese Stütze im Weg. Stabilität wird durch eine härtere Gummimischung außen in der Sohle erzeugt.
  2. Dämpfungsvolumen ist bei Trail Schuhen minimal ausgeprägt, da sie primär guten Halt im Gelände bieten. In alpinen Passagen bei trockenen Verhältnissen empfehle ich Schuhe mit einer harten Gummimischung, bei nassen Verhältnissen oder viel Asphalt eine weichere Gummimischung: Sie klebt ähnlich einem Kaugummi, gibt Halt auf feuchtem Fels und rollt auch leichter ab.
  3. Profil: Gutes Profil, das aber nicht zu tief geht, um den Wald (vor allem wenn es geregnet hat) nicht mitzunehmen. Die Anordnung der Stollen ist auch für Bergauf und Bergablaufen dementsprechend keilförmig platziert. Einige Modelle haben auch zusätzliche Stollen zum Hineinschrauben bei Eis oder für den Winter.
  4. Das Obermaterial ist robuster als bei den Straßenschuhen, um beim Hängenbleiben bei Wurzeln nicht einzureißen. Die Zehenbox vorne und die Fersenkappe sind extra verstärkt und im Mittelfußbereich (meistverwendet beim Trail laufen) oft ein stabilisierendes Element.
  5. Bitte die Schuhe meistens eine halbe Nummer größer als die Straßenlaufschuhe kaufen, wir brauchen den Platz beim Bergablaufen (Fuß rutscht ein bisschen vor).

 

Der allergrößte Gewinn allerdings ist für mich, die wunderbare, gute Laune, die Du nach einem Lauf im Gelände hast.

Ich wünsche Dir ganz viel Spaß dabei!

 

PS: natürlich kannst Du jederzeit ein paar kleine Übungen im Geländer einbauen …

Ein kleine Balance Übung geht immer – vor allem im Gelände ziemlich anspruchsvoll