Kalt ist es nun, denn der Winter ist nun wirklich da.  In meinem letzten Artikel habe ich Dir meine erprobten Tipps verraten, was Du nun am besten für den Sport im Freien anziehst um fit durch den Winter zu kommen.

Du kannst Dich aber auch noch ganz wohlig von Innen wärmen. 

Vor einigen Jahren habe ich die herrliche Ayurveda Küche im Rahmen eines Yoga Retreats kennen und lieben gelernt.  Ich habe mich in dieser Zeit besonders frisch, fit und gesund gefühlt.

Umso mehr freue ich mich, dass die wundervolle Susanne Dahl, ihres Zeichen Ayurveda Gesundheitsberaterin, sich bereit erklärt, für mich einen Gastartikel zu schreiben. Danke liebe Susanne.

Viel Spaß beim Lesen und beim Entfachen Deines Inneren Feuers .

Der Winter hat es in sich, kalt, nass, rau und nicht selten stürmisch. Da lieben wir es doch in der gut geheizten Stube zu sitzen – Kerzen an, Heizung hoch gedreht, und in ein paar Pullover gezwiebelt. Trotzdem bleiben Hände und Füße manchmal kalt…, und erst vor die Tür gehen – ach muss das sein?

Aber wir sind ja hier auf Béatrice Blog, und du ahnst schon, wohin die Reise geht 😉

Heute möchte ich dir zeigen, wie du das innere Feuer in dir erweckst und dem Winter die kalte (nein, heiße!) Schulter zeigst.

Unser inneres Feuer ist entweder klein und flackert nur, oder es lodert und flammt hell auf. Im Winter brauchen wir ein starkes Feuer, das allen Wettern trotzt. Stark aber nicht verbrennend.

Dieses Feuerprinzip stammt aus der Ayurvedalehre. Ich erkläre es dir kurz und gebe dir dazu 10 handfeste Tipps, wie du dich optimal wärmen kannst.

Die drei Dosha-Typen im Ayurveda

Im Ayurveda liegen dem menschlichen Organismus drei Energien, sogenannte Doshas zugrunde. Diese lauten Kapha, Vata und Pitta. Übersetzt bedeutet das Strukturprinzip (Kapha), Bewegungsprinzip (Vata) und Umwandlungsprinzip (Pitta). Diese drei Prinzipien sind Bioenergien, man kann sie nicht anfassen und nicht sehen, nur ihre Wirkung wahrnehmen.

Die drei Doshas setzen sich aus verschiedenen Elementen zusammen, und so kann man Menschen mit ihrem Dosha gemäß des vorherrschenden Hauptelements auch als Erde-Typ (Kapha), Luft-Typ (Vata) und Feuer-Typ (Pitta) bezeichnen.

Das Feuer ist im Winter sehr nützlich

Ich hatte einen Schulfreund, der lief sogar im Winter im T-Shirt herum. Wir Klassenkameraden schauten immer etwas irritiert, wenn er die Jacke auszog und darunter kurze Ärmel zum Vorschein kamen. Damals kannte ich Ayurveda noch nicht, aber heute sage ich, er muss ein astreiner Pitta- (Feuer-)Typ gewesen sein.

Darin zeigt sich: Temperaturempfinden ist absolut subjektiv. Und nein, ich möchte dich jetzt nicht dahin trainieren, dass du dich im Trägertop auf der Zugspitze präsentierst 🙂 Aber so ein bisschen was davon wäre doch grandios, oder?

Wie kommst du nun zu deinem inneren Feuer?

Stell dir einen Kamin vor: er brennt dann gut und gibt wohlige Wärme ab, wenn

  1. die Holzscheite in der richtigen Größe darin liegen
  2. es genügend Sauerstoff und Raum gibt und
  3. die alte Asche regelmäßig entfernt und der Ofen schön sauber gehalten wird.

Im Ayurveda heißt diese Metapher übersetzt:

  1. Iss das, was dein Organismus gut verbrennen / verdauen kann.
  2. Lass Platz im Magen und sorge dafür, dass die Speisen gut bewegt werden können. Damit verdauen sie sich optimal.
  3. Sorge dafür, dass sich keine Schlacken (unvollständig verdaute Stoffe bzw. Ablagerungen) ansammeln und das Verdauungsfeuer ersticken.

Dazu nun 10 praktische Tipps:

  1. Iss das Richtige

Es gibt eine Menge Lebensmittel, die haben viel „Brennstoff“ in sich. Das sind Lebensmittel, die Pitta (das Feuerprinzip) anregen.

Diese Lebensmittel sind im Winter besonders gut, denn sie heizen ein. Allerdings kann sie nicht jeder vertragen, denn wer schon ein Pitta-Typ ist, kann damit leicht überhitzt werden bzw. übersäuern.

Zu diesen besonders erwärmenden Lebensmitteln zählen beispielsweise:

  • Rote Beete, Spinat, Rettich, Radieschen, Tomaten, Karotten
  • Saure, erhitzende Früchte, wie z.B. säuerliche Äpfel, Zitronen, Orangen
  • Mais(-griess), Quinoa, Buchweizen, Roggen, Gerste, Hirse, Vollreis
  • Linsen (gelbe, rote, schwarze, grüne; ganz besonders rote Linsen)
  • Honig
  • Zwiebeln, Lauchgewächse
  • Sauermilchprodukte (Joghurt, Quark, saure Sahne)
  1. Iss warm

Das ist eigentlich logisch, nicht wahr? Wenn wir Wärme wollen, müssen wir Wärme zu uns nehmen. Trotzdem achten wir manchmal nicht konsequent darauf.

Warm bedeutet:

Gekochte Speisen, Suppen, gedünstetes Gemüse, leicht gedünstetes Obst, warme  Frühstücksbreie (Griessbrei, Porridge) und warme Getränke. Also weniger Rohkost und Blattsalate, nichts direkt aus dem Kühlschrank (Nahrungsmittel sollten immer mindestens Zimmertemperatur haben), keine kalten Getränke und weniger Brotzeiten. Weniger Kaffee, stattdessen mehr Kräuter- und Gewürztees.

Mache einmal den Versuch und ernähre dich eine Woche konsequent von warmen Speisen. Du wirst sehen, wie sich die Wärme wohlig in deinen Zellen ausbreitet und bis in die Zehenspitzen strömt.

  1. Verwende wärmende Gewürze

Gewürze sind das Herz in der ayurvedischen Küche. Nicht umsonst gibt es die ayurvedische Hausapotheke, denn Gewürze sind einfach Alleskönner – in der richtigen Dosierung und Zusammensetzung.

Koche im Winter mit Nelken, Piment, Kreuzkümmel, Ingwer, Gelbwurz, Kardamom, Zimt, Anis, Senfkörnern, Bockshornklee, Pfeffer, Chili und Muskat.

Ingwer ist das ayurvedische Gewürz überhaupt – geraspelt oder gehackt in Speisen, in Scheiben überbrüht bzw. 10 Minuten lang ausgekocht als Getränk. Es stärkt außerdem die Abwehrkräfte.

  1. Verwende wärmende Fette

Dazu zählen Sesamöl, Maisöl, Walnussöl und Mandelöl. Fett allgemein regt das Verdauungsfeuer besonders an, so wie Öl das Grillfeuer auflodern lässt, aber natürlich in Maßen, denn zu große Mengen können es auch wiederum löschen.

  1. Iss Nüsse und Samen

Nüsse brennen durch ihren Fettanteil besonders gut, Wärme liefern vor allem Walnüsse und Sesam, aber auch Mandeln und Haselnüsse sind gut.

  1. Trinke warme Getränke

Das Getränk im Ayurveda ist ayurvedischer Champagner, 10 bis 15 Minuten lang abgekochtes Wasser. Lasse es leicht sprudelnd bei offenem Deckel kochen. Es hat nachhaltig wärmende Wirkung und klärt gleichzeitig dein ganzes Verdauungssystem.

  1. Verzichte auf kühlende Lebensmittel

Zu viele herbe, bittere und süße Nahrungsmittel kühlen den Organismus. Dazu zählen beispielsweise Brot und Nudeln aus Weizen, rohe Äpfel, Bananen und Kohl.

  1. Lass Platz im Magen

Wie ich dir am Beispiel des Kamins veranschaulicht habe, brauchen die Holzscheite genügend Raum und Sauerstoff, um gut zu brennen. So braucht auch die Nahrung Platz im Magen, um bewegt zu werden, genauso wie die Verdauungssäfte, die eingespeist werden. Ist das Verhältnis Nahrung zu freiem Raum optimal (und hast du das Richtige gegessen), wirst du es nicht nur an der Wärme sondern auch an einer ganz ausgezeichneten Verdauungszeit merken. Du bekommst außerdem kein „Suppenkoma“ nach dem Essen, die berühmte Müdigkeit wenn du nicht mehr denken kannst und erstmal eine lange Pause brauchst.

  1. Lass Pause zwischen den Mahlzeiten

Gib dir genügend Zeit zum Verdauen, das ist das beste, was du für deinen Körper tun kannst. Etwas Obst zwischen den Mahlzeiten oder schlückchenweise Heißwasser stärken das Verdauungssystem und dadurch brennt das Verdauungsfeuer besser.

  1. Entschlacke regelmäßig

Denke an den Kamin – ist er voller Asche, passiert dort gar nichts mehr. So ist es auch mit unserem Körper. Die kleinen Ernährungssünden häufen sich mit der Zeit, und so muss ab und an grundgereinigt werden. Ob ein Flüssigkeitstag, eine Entschlackungswoche oder eine richtige Darmreinigung; sind die alten Schlacken entfernt, wirst du wahre Wunder in deinem ganzen Energiehaushalt erleben!

Achte auf das rechte Maß

Auf die Balance kommt es an, das rechte Maß! Teste für dich, wieviel erwärmende Nahrung dir gut tut, denn jeder Mensch ist anders. Zu viel Hitze kann den Organismus nämlich auch austrocknen. Oberstes Prinzip ist für mich immer: Wohlgefühl und Leichtigkeit.

Zum Schluss:

Diese Tipps sind für dich, wenn es für dich förderlich ist, dein Feuerelement zu verstärken, sprich, wenn du ein Vata- (Luft-) oder Kapha- (Erde-)Typ bist. Ist das Feuerelement in dir schon vorherrschend, also bist du ein Pitta-(Feuer-)Typ, kann es sein, dass du von den erwähnten Lebensmitteln eher Sodbrennen, rote Haut oder Augenjucken bekommst. Dann solltest du darauf achten, das Feuer in dir nicht weiter anzuregen bzw. gegebenenfalls sogar zu reduzieren.

Es kann auch sein, dass Pitta in dir vorherrschend ist und du trotzdem frierst. Eine Ursache davon ist, dass das Dosha gestört ist und die Energie nicht richtig fließt. Hier empfehle ich eine ausführliche Ayurvedaanalyse und -beratung durchzuführen zu lassen.

Wenn dein individuelles Feuer im Körper in Harmonie ist, fließt auch die Energie gut und dir ist schön warm.

Und zum Schluss natürlich der Tipp: Erst Bewegung verteilt die Energie im Körper, durch einem starken Kreislauf und eine gute Durchblutung. Ganz besonders die Bauchmuskeln spielen hierbei eine Rolle, doch da sind wir schon bei einem neuen Thema.

Mich würde nun interessieren: kennst du einige der hier vorgestellten Tipps? Hast du schon etwas davon ausprobiert? Hinterlasse doch gerne einen Kommentar.

Ich wünsche dir eine wohlig warme Winterzeit.

Herzliche Grüße

Susanne

 

Wer schreibt hier? 

susanne-dahl Susanne Dahl ist Diplom-Betriebswirtin und ausgebildete Ayurveda-Gesundheitsberaterin. Ihr Wissen und die Leidenschaft für Ayurveda und fernöstliche Philosophie hat sie vor 16 Jahren für sich in Indien entdeckt. Ihr Motto – Von östlicher Weisheit und westlicher Lebenskunst – verbindet Gesundheit und ein gut gelebtes Leben. Die leidenschaftliche Köchin liebt vielfältige Kompositionen und wärmt ihre Yogamatte gerne schon vor Sonnenaufgang. Heiter und leicht sind ihre Anregungen zu gesunder Ernährung und mehr Wohlbefinden. Denn das bringt nicht nur äußeren Erfolg sondern wirkliche Erfüllung.

Mehr von Susanne findest Du auf ihrer Homepage: Susannedahl.com

 

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